Dekanat 2/20 Leopoldstadt-Brigittenau

Katholische Kirche - Erzdiözese Wien - Vikariat Wien Stadt

Katholische Kirche - Erzdiözese Wien - Vikariat Wien Stadt

Pasted Graphic


Liebe Mitbrüder!
Für alles Mögliche gibt es einen Notdienst – vom Aufsperrdienst bis zur Tierrettung – und wenn ein Priester in Wien gebraucht wird, sollte es nicht möglich sein, einen zu erreichen? Von vielen Menschen wird es – leider - auch gar nicht mehr erwartet, dass ein Priester zu einem Notfall gerufen werden kann.

Kardinal Schönborn hat in seinem Brief an euch alle u.a. geschrieben: „Dieser Dienst ist unsere priesterliche Pflicht! Die Menschen in unserer Stadt, die in einer schwierigen Situation oder in einem dringenden Notfall einen priesterlichen Beistand suchen, haben ein Recht darauf. Sie sollen dadurch auch erfahren, dass die Kirche für sie da ist.“

In diesem Sinn sollte es für alle Priester, die in der Erzdiözese Wien und speziell in der Stadt Wien tätig sind, eine Selbstverständlichkeit sein, beim Priesternotruf mit zu tun, außer es ist aus gesundheitlichen oder sprachlichen Gründen unzumutbar.
Als Priester - die im Notfall gerufen werden - sind wir in besonderer Weise Zeugen unseres Glaubens. In diesen Situationen wird besonders auf die Priester, das heißt aber auch, auf „die Kirche“ geschaut. Ich bin zuversichtlich, dass ihr den/die Anrufer/in nicht enttäuscht, sondern ihnen mit Trost, Gebet und Hoffnung aus unserem Glauben beisteht.

Der Notruf ist ein ureigenster priesterlicher Dienst und so werden selbst Kardinal Schönborn und das Domkapitel beim Notruf mitmachen.

So sehr ich weiß, dass der Dienst eine zusätzliche Belastung sein kann, so sehr hoffe ich, dass er in Anspruch genommen wird. Dies würde zeigen, dass den Menschen unserer Zeit der christliche Beistand in besonderen Notsituationen ein wichtiges Anliegen ist.

Mit dem Wort des Apostels Paulus „Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe“ (Phil 4,5) wünsche ich euch Gottes Segen.
Beten wir gemeinsam um das Gelingen.

Euer

Karl Rühringer
Bischofsvikar




1. Wofür ist der Priesternotruf da? Wofür nicht?
Die wichtigsten Dienste werden Versehgänge sein, sowie das Gebet mit den trauernden Angehörigen. Außerdem können spezielle Situationen auftreten, die einen Priester erforderlich machen.
Der Priesternotruf ist nicht dazu da, den normalen seelsorglichen Bedarf in Spitälern oder Pflegeeinrichtungen abzudecken (dafür gibt es eigene Dienste und Einteilungen).
Für akute Notfälle (Benachrichtigung über die Akutbetreuung Wien bzw. Polizei u.a.) und Katastrophen größeren Ausmaßes gibt es eine eigene Notfallseelsorge, die über ein eigenes System alarmiert wird.

2. Kurzfassung: Organisation des Priesternotrufs
Der Priesternotruf für Wien ist eine subsidiäre Einrichtung. Als erster Ansprechpartner dient die Pfarre. Nur wenn die Pfarre nicht besetzt ist oder kein Priester für einen Notfall zur Verfügung steht, wird an den Notruf verwiesen.

In jeder der vier Regionen des Vikariats wird täglich (8.00 – 8.00 Uhr) ein Priester für den Notruf zur Verfügung stehen. Die Einteilung der Dienste erfolgt über die Dekanate bzw. über die Koordinierungsstellen in den Regionen.

Anrufe an den Priesternotruf gelangen an die Telefonseelsorge (ersatzweise an die Portiere Wollzeile 2 und Stephansplatz 3). Dort wird gefiltert, ob tatsächlich ein Priester erforderlich ist, oder ob das Anliegen zu den normalen Zeiten erledigt werden kann. Sollte ein Priester erforderlich sein, wird der Dienst habende Priester der Region verständigt bzw. der Anruf weitergeleitet.


3. Wie funktioniert der Priesternotruf?
Vorbereitungen in den Pfarren:
Für den priesterlichen Dienst ist grundsätzlich die Pfarre die erste Ansprechstelle. Durch die geringere Zahl der Priester und die größere Zahl von Aufgaben, ist dies von den Pfarren nicht rund um die Uhr leistbar. Daher sind Vorkehrungen in größeren regionalen Räumen zu treffen. Der Priesternotruf ist eine solche subsidiäre Einrichtung.
Damit der Notruf in Anspruch genommen werden kann, muss er auch bekannt sein. Dies bedeutet, dass jede Pfarre einen Anrufbeantworter haben muss. Und auf den Anrufbeantwortern der Pfarren muss auch der Hinweis auf den Notruf formuliert sein. Eine solche Formulierung könnte lauten: „Wenn sie einen dringenden priesterlichen Dienst, z.B. Versehgang oder Beistand im Todesfall, brauchen, rufen sie bitte unter der Telefonnummer 142 die Telefonseelsorge an. Sollte dort längere Zeit besetzt sein, wenden sie sich bitte an die Tel.Nr. 515520“.

Die Telefonseelsorge
Der Priesternotruf ist in Zusammenarbeit mit der Telefonseelsorge konzipiert. Die Telefonseelsorge gibt es seit 1967 in Wien. Bei ihr arbeiten ca. 150 Mitarbeiter/innen ehrenamtlich, um rund um die Uhr für Personen in seelischer Not da zu sein (siehe auch: www.telefonseelsorge.at). Die Mitarbeiter/innen sind geschult und haben eine einjährige begleitende Ausbildung absolviert. Die Telefonseelsorge ist eine ökumenische Einrichtung. Den Bereitschaftsdienst der evangelischen Pfarrer/innen gibt es schon seit vielen Jahren.
Seit einigen Jahren ist die Telefonseelsorge über die kostenlose Notrufnummer 142 erreichbar. Anrufe aus dem Raum Wien werden an die Wiener Telefonseelsorge weitergeleitet; Anrufe aus Niederösterreich an die Telefonseelsorge in St. Pölten. Inzwischen gibt es auch die Telefonseelsorge im Internet (incl. Beratung – s.o.).

Der Dienst der Telefonseelsorge wird immer häufiger in Anspruch genommen. Daher können Gespräche, die geführt werden, auch etwas länger dauern.
Für den Fall der Nichterreichbarkeit ist der Hinweis auf den Anrufbeantwortern in den Pfarren auf die zweite Nummer (51 552-0 – Portier Wollzeile 2) wichtig.

Einteilung der Dienste über die Dechanten
Um einen flächendeckenden Dienst gewährleisten zu können wurde Wien in die vier Regionen aufgeteilt.
Die Dechanten der jeweiligen Dekanate haben für die Region eine Ordnung festgelegt, wie die Dienste eingeteilt werden. Es wurde dabei vor allem die Anzahl der zur Verfügung stehenden Priester pro Dekanat berücksichtigt.

Benachrichtigung in einem Notfall
Erfolgt ein Anruf bei der Telefonseelsorge, so wird das Anliegen gefiltert. In vielen Fällen wird die Telefonseelsorge das Anliegen selbst besprechen können; für etliche Fälle wird der Hinweis z.B. auf die Beichtzeiten in St. Stephan reichen.
Wenn die Mitarbeiter der Telefonseelsorge zu dem Ergebnis kommen, dass der Kontakt zu einem Priester erforderlich ist, werden sie die Telefonnummer des/der Anrufers/in und dessen Wohnbezirk erfragen. Danach benachrichtigen sie den Dienst habenden Priester der Region und teilen ihm die Tel. Nr. mit. Bei Telefonen mit Anruferkennung erscheint die Telefonnummer der Telefonseelsorge 512 52 24 am Display. Der Priester nimmt dann Kontakt mit dem/der betreffenden Anrufer/in auf.
Eine direkte Weiterleitung des Anrufs ist bei der Passivnummer 142 nur mit hohem technischem und finanziellem Aufwand möglich und daher nicht praktikabel. Die Bekanntgabe der Telefonnummern der Priester an den/die Anrufer/in wurde von den Dechanten abgelehnt (es ist bei persönlicher Bereitschaft möglich – s. Meldungen in den Koordinierungsstellen).
Diese Kontaktaufnahme sollte sofort nach der Benachrichtigung erfolgen, da es sich dann um ein dringendes Anliegen handelt. Im diesem Telefonat können dann Einzelheiten (Adresse, ev. Wartezeit bis zum Eintreffen usw.) vereinbart werden.
Der sofortige Rückruf beruhigt zumindest den/die Anrufer/in, die sich in ausgesprochen schwierigen Situationen befinden. Er gibt aber auch die Gewissheit, dass das Anliegen seitens der Kirche ernst genommen wird.
Wenn ein Priester nicht erreichbar ist, so wird die Telefonseelsorge den Priester aus der Nachbarregion als Ersatz benachrichtigen.

Der Tag des Bereitschaftsdienstes
Am Tag der Notrufbereitschaft soll es keine vorher geplanten Sitzungen, Besprechungen oder sonstige Termine geben, die die Anwesenheit des Priesters erfordern. Bei Gesprächen, die sich im Laufe des Tages ergeben, ist darauf hinzuweisen, dass man Bereitschaftsdienst hat und jederzeit gerufen werden kann.
Es ist sinnvoll, für den Dienst alle notwendigen Dinge für Versehgänge aber auch Texte und Gebete zur Tröstung von Trauernden vorher bereit zu legen. Ebenso sollte Schreibzeug neben dem Telefon bereit liegen, um sich Telefonnummer und Adresse des/der Anrufers/in notieren zu können.

Wenn dieser Tag von anderen Dingen freigehalten werden muss, so ergeben sich andere Möglichkeiten der Betätigung.

Wenn der Priester gerufen wird, ist zu überlegen, wie man zu der angegebenen Adresse kommt. Oftmals fehlt die Ortskenntnis oder es ist zu erwarten, dass die Parkplatzsuche sehr schwierig wird. Daher ist zumindest zur Hinfahrt ein Taxi zu empfehlen. Wer seine Taxikosten abgerechnet haben möchte, kann die Quittungen im Vikariatssekretariat (Vikariat Wien-Stadt, Wollzeile 2 1010 Wien) einreichen. Sie werden erstattet, wenn bei der Telefonseelsorge der entsprechende Vermerk einer Weiterleitung eines Anrufs gemacht wurde.

Weiterführung von Besuchen
Bei einem Besuch dürfen keine Versprechen abgegeben werden, die einen anderen Priester oder eine Pfarre binden. Man kann nur das versprechen, was man persönlich auch einlösen kann.

Von einem Kontakt in einer Notsituation kann sehr viel Trost, Vertrauen und Zutrauen ausgehen. Dies kann dazu führen, dass der Priester z.B. gebeten wird, auch das Begräbnis und die Seelenmesse für den/die Verstorbene/n zu halten. In diesen Fällen ist nach eigenem persönlichem Ermessen zu entscheiden. Die Wahrung der diözesanen Regeln (Kontakt mit der zuständigen Pfarre) ist zu beachten.