Dekanat 2/20 Leopoldstadt-Brigittenau

Katholische Kirche - Erzdiözese Wien - Vikariat Wien Stadt

Katholische Kirche - Erzdiözese Wien - Vikariat Wien Stadt

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Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der römisch-katholischen Pfarre St. Johann Nepomuk in Wien-Leopoldstadt gedachten die christlichen Kirchen am Dienstagabend ihrer jüdischen Wurzeln und ihrer Verantwortung für den mitverschuldeten Antijudaismus und Antisemitismus. Zu dem Gottesdienst am "Tag des Judentums" (17. Jänner) eingeladen hatte der Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ). Für die Predigt verantwortlich zeichnete der altkatholische Bischof Heinz Lederleitner, der aber erkrankt war. Im christlich-jüdischen Dialog gehe es um das "Überschreiten von Grenzen und das gegenseitige Zuhören", womit sich so manches Vorurteil überwinden lasse, zitierte deshalb die methodistische Pastorin Esther Handschin aus dem Predigtmanuskript Lederleitners.

Darin warnte dieser auch vor der "Versuchung des Populismus", nicht nur in der Politik, sondern auch in der Religion. Gerade in der gegenwärtigen komplexen gesellschaftlichen Situation sei die Versuchung groß, "nicht nur nach starken Männern oder auch starken Frauen zu rufen sondern auch nach einer starken Religion oder Ideologie", so Lederleitner wörtlich.

Im christlich-jüdischen Dialog sei u.a. die vor allem in den 1970er-Jahren populäre christliche Rede vom Volk Gottes zu hinterfragen, denn: "Wie steht das Volk Gottes zu anderen Völkern?" Und: "Wenn es eine Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen gibt. Wer hat das Recht, eine solche Geschichte zu erzählen? Wie kommen die anderen in dieser Geschichte vor? Welche Rolle dürfen sie spielen?"

Eine Theologie der Begegnung der Religionen und des Miteinanders werde um solche Fragen nicht herumkommen und auch das christlich-jüdische Gespräch werde sich damit befassen müssen, so Lederleitner.

Unter den Teilnehmern des Gottesdienstes waren u.a. der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Landessuperintendent Thomas Hennefeld, der Wiener Weihbischof Franz Scharl, die früheren methodistischen Superintendenten Helmuth Nausner und Lothar Pöll, der Wiener lutherische Superintendent Hans Jörg Lein und der Chorepiskopos der syrisch-orthodoxen Kirche, Emanuel Aydin; weiters auch Dechant Ferenc Simon, Beauftragter der Erzdiözese Wien für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Die Initiative zum "Tag des Judentums" geht auf die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung 1997 in Graz zurück. Auch in Italien, Polen und den Niederlanden wird der Tag des Judentums am 17. Jänner begangen. Dieses Datum ist bewusst gewählt: Den Geist dieses Tages sollen die Kirchen in die anschließende weltweite "Gebetswoche für die Einheit der Christen" (18. bis 25. Jänner) weitertragen. Denn bei allen Trennungen der Christenheit untereinander sei allen Kirchen gemeinsam, dass sie im Judentum verwurzelt sind, so die Veranstalter.

Weitere Informationen zu Veranstaltungen rund um den "Tag des Judentums" sind im Internet auf der Website des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit unter
www.christenundjuden.org sowie auf der Website des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich unter www.oekumene.at abrufbar.

Zur Weltgebetswoche und zum "Tag des Judentums" publiziert "Kathpress" ein Themenpaket, das unter
www.kathpress.at/oekumene abrufbar ist und laufend erweitert wird.

Fotos hier:

Tag des Judentums - ökumenischer Gottesdienst


Quelle: Kathpress










Dechant Simon: Erinnerung an die jüdischen Wurzeln

Zum "Tag des Judentums" am 17. Jänner: Dechant Ferenc Simon, Diözesanbeauftragter für christlich-jüdische Zusammenarbeit in der Erzdiözese Wien, im Gespräch mit der Kirchenzeitung "Der Sonntag". (Vollversion des Interviews)

Am 17. Jänner begehen die christlichen Kirchen in Österreich seit dem Jahr 2000 den „Tag des Judentums“ zum „bußfertigen Gedenken an die jahrhundertelange Geschichte der Vorurteile und Feindseligkeiten zwischen Christen und Juden und zur Entwicklung und Vertiefung des religiösen christlichen-jüdischen Gesprächs“. Was bedeutet Ihnen dieser Tag?
 
Ferenc Simon: Für mich ist dieser Tag gleichsam ein Pflicht-Termin. Ein solcher sollte er auch für jeden Katholik, jede Katholikin sein. Wir wissen, dass das Judentum auch ohne uns seine „Religion“ ausüben kann, aber wir Christen können nicht ohne das Judentum existieren. Damit wir uns immer wieder an unsere jüdischen Wurzeln erinnern, ist es wichtig, dass wir jedes Jahr vor Gott hintreten und für das, was wir Jahrhunderte und Jahrtausende lang begangen haben, Gott um Verzeihung bitten. Das sollte durchaus in ökumenischer Verbundenheit geschehen. Das kann auch ein sehr guter Grund sein, um die Ökumene voranzutreiben, wenn wir uns gemeinsam an unsere Wurzeln erinnern.
 
Was könnte und sollte Ihrer Ansicht nach getan werden, um das gegenseitige Verständnis zwischen Juden und Christen zu vertiefen?
 
Ferenc Simon: Wir haben eine sehr gute theologische Basis. Das Judentum ist für uns Christen keine fremde Religion, sondern, wie Papst Franziskus sagt, die Wurzel unserer christlichen Identität. Man kann nicht den Gott Israels verehren und das Volk Israel verachten. Sehr konkret könnten wir eine hörende Theologie ausüben, wenn wir diese Praxis einüben. Nicht nur die Priester, sondern alle Katholiken. Wir haben eine fertige Theologie in unserem Kopf und da hören wir nicht immer, was der andere sagt und vor allem, was sozusagen unsere älteren Brüder des Judentums uns sagen. Sogar ein Staunen über das Sakraments des Anders-Seins des Judentums ist notwendig. Ganz konkret: Wir dürfen den anderen nicht vereinnahmen. Das war immer eine große Gefahr von uns Katholiken, dass das Judentum vereinnahmt wurde. Das sollten wir vermeiden. Wichtig ist es auch, die theologischen Differenzen ernst zu nehmen und ins Gespräch zu bringen. Das Judentum hat eine sehr gute Streitkultur, diese haben wir verlernt, diese könnten wir jedoch vom Judentum sehr gut lernen. Denn über Strittiges muss gestritten werden. Und: Es darf keine Judenmission mehr geben. Ganz konkret wäre es auch, die rabbinische Auslegung der Bibel kennenzulernen. Das ist eine Abenteuer-Reise für uns Christen, diese andere Interpretation der Bibel wahrzunehmen, die natürlich auch ihre Legitimation hat. Für die Theologen wiederum ist es eine große Herausforderung, eine katholische Dogmatik zu entwickeln, die konsequent einer jüdischen Perspektive folgt.
 
Welche Erwartungen, welche Hoffnungen setzen Sie für die Zukunft in die christlich-jüdischen Beziehungen?
 
Ferenc Simon: Ein Grundproblem haben wir doch, obwohl wir gemeinsame Wurzeln haben: Wir sprechen nicht dieselbe Sprache. Das Judentum „spricht“ rabbinisch, und wir Katholiken „sprechen“ katholisch. Da müssen wir immer „übersetzen“, um einander zu verstehen. Das Allernotwendigste ist Bildung, Wissens-Bildung und Herzens-Bildung. Das richtige Wissen über den anderen ist notwendig, damit wir einander mit Respekt begegnen können. Kirchlichem Anti-Judaismus und Antisemitismus muss ganz klar entgegengetreten werden. Leider gibt es da noch sehr viel zu tun. Etwa die Grenzen des anderen zu respektieren. Das zu lernen ist auch eine große Aufgabe. Mein Wunsch wäre es, auch die Liturgie kritisch zu betrachten im Hinblick auf das Judentum: Wie begegnen wir in der Liturgie dem Judentum? Wie sehen unsere liturgischen Texte aus? Da gibt es noch einiges zu tun. Mein größter Wunsch allerdings ist, dass jeder Katholik, jede Katholikin, einen jüdischen Freund, eine jüdische Freundin haben sollte.
 
Sie sind seit April 2015 Diözesanbeauftragter für christlich-jüdische Zusammenarbeit in der Erzdiözese Wien? Was macht ein Diözesanbeauftragter?
 
Ferenc Simon: Neben meinen vielen Aufgaben liegt mir diese Aufgabe sehr am Herzen. Ich sehe meine Aufgabe in der Bekämpfung des Anti-Judaismus und Antisemitismus im kirchlichen Bereich, in Wort und Tat dies abzubauen bzw. Begegnungen zu ermöglichen. Auch die Aufklärung gehört zu meinen Aufgaben, das verzerrte Bild des Judentums zurechtzubiegen, und natürlich das verantwortungsbewusste Reden und Tun im Hinblick auf das Judentum. Sowie Kontakte zu pflegen und einfach da zu sein, damit unsere älteren Brüder wissen, ich bin das diözesane Bindeglied zwischen Katholiken und Judentum.
 
Was haben Sie persönlich vom Judentum gelernt?
 
Ferenc Simon: Sehr viel. Meine ganze Einstellung zur Bibel, ja auch zu Jesus, hat sich enorm verändert seit der Zeit, in der ich mich intensiv mit dem Judentum auseinandergesetzt habe. Jetzt sehe ich viel tiefer und gelassener. Es gibt viel Wichtigeres, als über Nebensächlichkeiten zu streiten: In der Bibel gibt es sehr viel Stoff, über den nachzudenken es sich lohnt.
 
Jesus war Jude, ist uns dies immer bewusst?
 
Ferenc Simon: Nein, das ist ja das Problem. Es ist nicht jedem Katholiken bewusst, dass Jesus als Jude geboren wurde, aufgewachsen ist, gelebt und gelehrt hat, gestorben und auferstanden ist. Die Kirche hat die jüdische Abstammung Jesu jahrhundertelang verdrängt. Erst in den letzten Jahrzehnten ist dieses Wissen innerkirchlich – Gott sei Dank - wieder mehr und mehr präsent geworden.
erstellt von: DER SONNTAG / Stefan Kronthaler
13.01.2016













Wie ein Jude die Bibel liest
Unter dem Begriff „Altes Testament" ist der Tanach, die Heilige Schrift des Judentums, auch für Christinnen und Christen selbstverständlicher Teil der Liturgie und Religiosität. Dennoch ist Art, mit den Texten umzugehen, zwischen Christen und Juden sehr unterschiedlich und der Blick auf diese Schriften aus der Perspektive des Judentums ein anderer. Ein Bonmot sagt: Tanach und Altes Testament sind zwei verschiedene Bücher, die zufälligerweise denselben Text haben. Die Päpstliche Bibelkommission schreibt: "Auf dem konkreten Feld der Exegese können die Christen gleichwohl viel von der jüdischen Exegese lernen, die seit mehr als zweitausend Jahren ausgeübt worden ist, und sie haben in der Tat im Laufe der Geschichte auch viel von ihr gelernt." (Das jüdische Volk und seine Heiligen Schrift in der christlichen Bibel, 2001, Kap. 22 link)
Referent: Dr. Willy Weisz, Vizepräident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit
Anmeldung bis 7. November
Mag. Johannes Pesl
Referat für PGR der Erzdiözese Wien
j.pesl@edw.or.at
01/ 51552-3373

















Judentum aus erster Hand

Auf Einladung der Pfarrgemeinderats-Akademie der Erzdiözese Wien stellte Oberrabbiner Chaim Eisenberg am 10. März 2014 in der Bibliothek des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit das Judentum vor.Pasted Graphic 1

Man kennt vielleicht einzelne Facetten des Judentums, einzelne Feste, Bräuche und Namen: Aber was ist das Verbindende, was steht hinter dem Ganzen? Und was bedeutet die "Erwählung des jüdischen Volkes"? Im Vordergrund steht im Judentum nicht das Bekenntnis zu Glaubenssätzen, sondern das Tun der 613 Gebote Gottes aus der Tora. Die detaillierten Regelungen dafür, die aus der rabbinischen Diskussion entstammen, dienten dazu, "dass nicht jeder sich seine eigene Religion zusammenbaut". Dem Referenten gelang eine Tour d'Horizon von der Offenbarung G'ttes über die Gabe der Tora und deren Auslegung im Talmud bis hin zur einschneidenden Erfahrung der Schoa. Natürlich waren auch die Person Jesus aus Nazareth ein Thema der Anfragen.
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Eisenberg gelang es, den Blick auf das Ganze mit Details zu einzelnen Diskussionen zu verbinden und er behielt dabei stets auch verschiedene Richtungen innerhalb des Judentums im Blick. Ein Schwerpunkt in seinen Erklärungen war der Schabbat, der als gegenwärtiges Zeichen des Paradieses und Identität stiftendes Element im Judentum eine zentrale Rolle einnimmt. "Auch wenn ich das Gemeinsame mit dem Christentum betone, so bedeutet nicht, wenn ich auch Unterschiede erwähne, dass ich keinen Dialog will", so das Credo von Eisenberg zum christlich-jüdischen Dialog: "Wir können einander auch wohlgesonnen sein, auch wenn wir nicht stets einer Meinung sind." In diesem Zusammeanhang ging Eisenberg auch auf die jüdische Erklärung "Dabru Emet" ein. Deren Positionen gegenüber dem Christentum werden aber nicht in allen jüdischen Richtungen geteilt.

Auf vielfältige Weise ist Oberrabbiner Eisenberg unterrichtend tätig: seine verschiedenen Kurse wöchentlich in der jüdischen Gemeinde und auch Maturaklassen an Wiener Gymnasien. Zum Koordinierungsausschuss für christlichlich-jüdische Zusammenarbeit war er erstmals 1979 als hoffnungsvoller Newcomer zu einem Abend "Glauben nach Auschwitz" eingeladen. Wer Eisenberg kennt, weiß, dass erzählte Erlebnisse aus diesen Aktivitäten dazu beigetragen haben, auch diesen Abend sehr anschaulich zu gestalten. Es war ein intensiver Abend, um das Judentum aus erster Hand kennen zu lernen. Danke an den Referenten, sich für diese bereichernde Begegnung in diesem Kreis zur Verfügung zu stellen.

Die Begegnung fand im Rahmen eines Themenschwerpunkts der Pfarrgemeinderats-Akademie der Erzdiözese Wien statt.

Markus Himmelbauer



Schwerpunkte
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Begegnung mit dem Judentum
Beiträge zu einer neuen Beziehung zwischen Judentum und Christentum

Seit dem Konzil versucht die Kirche, ihre bleibende Verbindung zum Judentum wieder zu entdecken und in ihr Herz aufzunehmen. Jesus hat ganz in seiner jüdischen Tradition gelebt; der Tanach, die jüdische Heilige Schrift, ist unser „Erstes Testament“. Der Neuanfang der christlich-jüdischen Beziehungen folgt auf eine lange Geschichte christlicher Schuld der Verachtung, ja Vernichtung des Judentums. In einem Beitrag in der italienischen Zeitung La Repubblica schrieb Papst Franziskus auf die Frage, „was man den jüdischen Brüdern über den Bund sagen kann, den Gott mit ihnen geschlossen hat“: „Das ist eine Frage, die uns als Christen radikal bewegt, weil wir vor allem vom Konzil ausgehend wiederentdeckt haben, dass das jüdische Volk für uns immer noch die heilige Wurzel ist, aus der Jesus kam. … Was ich … mit dem Apostel Paulus sagen kann, ist, dass Gott dem Bund mit Israel immer treu geblieben ist, und dass die Juden trotz aller furchtbaren Geschehnisse dieser Jahrhunderte ihren Glauben an Gott bewahrt haben. Dafür werden wir ihnen als Kirche, aber auch als Menschheit, niemals genug danken können.“
Was Christen vom Judentum wissen sollten
Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg stellt das Judentum vor. Sie erhalten Antworten auf Ihre Fragen aus erster Hand.
Termin: Montag, 10. März, 19 bis 21 Uhr
Ort: Christlich-jüdisches Informationszentrum, 1020 Wien, Tandelmarktgasse 5
Referent: Oberrabbiner Prof. Paul Chaim Eisenberg
Anmeldung: Beschränkte TeilnehmerInnenzahl! Anmeldung bitte bis 3. März bei: Mag. Johannes Pesl, Referat für PGR j.pesl@edw.or.at; 01-51552-3373

Wer ist schuld Am Tod Jesu?
Exkursion zum Kalvarienberg Hernals

Über Jahrhunderte hinweg wurde „den Juden“ pauschal die Verantwortung für den Tod Jesu zugeschoben. Die Karwoche mit ihrer Symbolik und den in der Liturgie verwendeten Texten ist eine kritische Zeit der christlich-jüdischen Beziehungen. Die erneuerte Liturgie nach dem zweiten Vatikanischen Konzil hat in der römisch-katholischen Kirche mit dieser Vergangenheit gebrochen und neue Akzente gesetzt.
Der Kalvarienberg Hernals ist eine populäre bildliche Darstellung der Leiden Jesu. Er kann als positives Zeichen dafür dienen, wie heute ehrlich und nachdenklich mit einer belasteten Vergangenheit umgegangen werden kann.
Termin: Dienstag, 11. März, 16.30 bis 17.30 Uhr
Ort: Kalvarienbergkirche, 1170 Wien
Referent: Prof.Dr. Markus Himmelbauer, Geschäftsführer des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit
Anmeldung: bis 4. März bei: VHS - Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung
office.jife@vhs.at, 01-89174-153000,
Kursbeitrag: 10 Euro

Schabbat Schalom!
Einführung in den Synagogengottesdienst und Besuch des Schabattgottesdienstes

Termin: Freitag, 14. März, 16 bis 19.30 Uhr
Ort: Christlich-jüdisches Informationszentrum, 1020 Wien, Tandelmarktgasse 5
Referent: Dr. Willy Weisz, Vizepräsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit
Anmeldung: Beschränkte TeilnehmerInnenzahl! Anmeldung bis Montag, 10. März bei:
Mag. Johannes Pesl, Referat für PGR j.pesl@edw.or.at; 01-51552-3373
● Bitte der Anmeldung eine Kopie Ihres Lichtbildausweises beilegen (.jpg oder .pdf )
● Bitte haben Sie Verständnis für die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen beim Eintritt in die Synagoge
● Männer bitte eine Kopfbedeckung mitbringen

„Wer antisemitisch denkt, denkt antichristlich“ (Yves Congar)
Zum Problem des Antisemitismus in Vergangenheit und Gegenwart sowie Perspektiven für eine respektvolle Beziehung zwischen Christen und Juden.
Termin: Mittwoch, 2. April, 19 bis 21 Uhr
Ort: Christlich-jüdisches Informationszentrum, 1020 Wien, Tandelmarktgasse 5
Referenten: Univ.Prof. i.R. Dr. Martin Jäggle, Religionspädagoge, Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit
Anmeldung: bis 26. März bei: Mag. Johannes Pesl, Referat für PGR j.pesl@edw.or.at; 01-51552-3373








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Der jüdische Jesus

Wien. „Um Jesus streiten Christen und Juden von Anfang an“, sagte Rabbiner Schlomo Hofmeister bei einem Gesprächsabend am 30. Jänner im Nepomuksaal in der Leopoldstadt: „Nur mit dem Unterschied: Heute trinken wir im Anschluss an unser Gespräch ein Glas miteinander, vor 600 Jahren wäre ich am Ende auf dem Scheiterhaufen gelandet.“
Jesus als „Juden“ zu bezeichnen, ist im christlichen Denken inzwischen fast eine Selbstverständlichkeit geworden. Doch mit Juden selbst darüber zu sprechen, hat Seltenheitswert. Im akademischen Rahmen geschieht dies an der Universität. In der Öffentlichkeit hat es das zumindest in den letzten zwei Jahrzehnten in Wien nicht gegeben. Die Begegnung am 30. Jänner im Pfarrsaal St. Nepomuk in der Wiener Leopoldstadt war daher ein außergewöhnliches Ereignis. Was sagt ein Jude über Jesus? Und als christliches Thema: Was sind die Konsequenzen aus dem Jude-Sein Jesu in der christlichen Theologie?
Für Rabbiner Hofmeister gibt es keine jüdischen Quellen zu Jesus: „Immer wieder gab es Menschen, die als Messias galten. Wir kennen ihre Namen, das Judentum verdrängt sie nicht. Nur, Jesus wird nirgends erwähnt.“ Auch drei Stellen im Talmud, die in christlicher Interpretation traditionellerweise auf Jesus bezogen werden, sind nicht mit dem Jesus der christlichen Quellen in Einklang zu bringen. Zwar habe Jesus als Jude gelebt, aber an ihn als Messias zu glauben, sei nicht mit den Vorstellungen des Judentums vereinbar. So seien die Evangelien christliche Quellen aus der griechischen Welt, die das Judentum oft entfremdet und verzerrt darstellten. „Unser Glauben ist heute identisch mit dem Judentum in der Antike, der Talmud garantiert diese Tradition. Da spielt Jesus keine Rolle.“ 120 Personen folgten dem Gespräch, zu dem das Katholische Bildungswerk St. Nepomuk und der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit geladen hatten.
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„Das Christentum hatte immer wieder Schwierigkeiten mit der jüdischen Herkunft Jesu“, sagte der an der Universität Wien lehrende Fundamentaltheologe Wolfgang Treitler. In den ersten Jahrhunderten der Kirche habe man begonnen, Jesus im Kontext der hellenistischen Philosophie darzustellen. Das sei nicht verwerflich, das sei eine notwendige Inkulturation der Theologie. „Bedenklich wird es aber, wenn man diese zeitgebundene Interpretation Jesu als endgültig und überzeitlich verbindlich fixiert“, so Treitler. Dieses "völlige Vergessen des Juden aus Nazareth“ hatte dramatische Folgen für die christliche Theologie und tragische Auswirkungen auf jüdische Menschen in vielen Generationen.
Gewalt gegen Juden im Namen Jesu
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In der von der Alttestamentlerin Agnethe Siquans geleiteten Diskussion anerkannte Rabbiner Hofmeister die Fortschritte der Kirchen, das Jude-Sein Jesu heute wieder zu thematisieren. „Nun ist es aber an der Reihe der Kirchen, die Konsequenzen daraus zu ziehen, da kann das Judentum nicht weiter helfen“, so Hofmeister. Über Jesus zu reden sei allerdings eine „Einbahnfrage“. Und Professor Treitler ergänzte: „Der Dialog über Jesus mit dem Judentum wird immer einseitig bleiben, denn Jesus hat dem Judentum nichts gebracht, was es nicht schon vorher besessen hat. Jesus hat das Judentum zu Nichtjuden gebracht.“
Für den Wiener Gemeinderabbiner ist nicht Jesus die Brücke zwischen Christen und Juden, sondern der „ethische Monotheismus“: Diesen hätte das Christentum authentisch vom Judentum übernommen. „Wenn Jesus die Tora gelebt hat, heißt das nicht, dass auch alle danach leben sollen.“ Kein Nicht-Jude muss die Tora halten, für alle Menschen gelten die sieben noachidischen Gebote. Das jüdische Volk hat eine besondere Verantwortung, die Gebote der Tora zu leben und so „Licht für die Welt zu sein“.
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An Jesus glauben und Jude sein schließen einander aus
Professorin Siquans stellte die Frage nach der Gruppe der sog. „messianischen Juden“, die heute Christsein und Judentum in einem Bekenntnis vereinen wollen, so wie in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung man Jude und Anhänger Jesu zugleich sein konnte. Für Schlomo Hofmeister ist diese Gemeinsamkeit in der Antike eine schwer zu belegende Behauptung: „Wir gehen nicht davon aus, dass sich eine nennenswerte Anzahl von Juden den Urchristen damals anschloss. Wer sich zu Jesus bekennt, stellt sich außerhalb des Judentums.“ Aber natürlich gilt aus der jüdischen Tradition ebenso: Auch wer sich zu einer anderen Religion hinwendet, bleibt Jude. Wolfgang Treitler ist überzeugt, das Christentum sei durch die „Schule der Geschichte“ gegangen und lehne heute jeden Triumphalismus über das Judentum ab. Ein Bekenntnis zu Christus dürfe nicht als Sieg über das Judentum verstanden werden. „Das Judentum ohne Jesus zu leben ist möglich, Christentum ohne Jesus und ohne das Judentum aber nicht.“ Wie dieses Verhältnis konkret aussehe, sei in der Theologie noch weitgehend offen. „Wenn manche Christen gleichzeitig jüdische Traditionen pflegen, ist aus christlicher Sicht dagegen nichts einzuwenden.“ Die Eigendefinition des Judentums, die eine solche Gruppe aber nicht als Juden anerkenne, sei aber zu achten.
Markus Himmelbauer



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Zum ersten Mal haben die katholischen Pfarren des Dekanates 2 und die evangelische Pfarre unseres Bezirkes mit und in der serbisch orthodoxen Kirche Auferstehung Christi eine gemeinsame Konferenz abgehalten. Der Pfarrer der serbisch Orth. Gemeinde Erzpriester Drago Vujic nahm die ökumenische Versammlung mit großer Freude auf. In dieser Dekanatskonferenz wurden die Sorgen und Freuden der serbisch Orth. Kirche in Wien und die lebendige Theologie der Orthodoxie in unserem Dekanat kennengelernt. So haben wir ein weiteres Zeichen gesetzt auf dem Weg der Einheit der Christen.
Der Dechant der Leopoldstadt informierte die Teilnehmer über die Lage der Flüchtlinge in der Votivkirche bzw. über die Beratungen des Erneuerungsprozesses Apg.2.1.
Am Ende der Konferenz überreichte Dechant Simon Pfarrer Erzpriester Drago Vujic ein Hinterglasmalereibild mit dem Motiv des Kreuzes als Geschenk, denn der Glaube an das Kreuz, den Tod und die Auferstehung Christi verbindet uns Christen des Ostens und des Westens.

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Tag des Judentums 2013

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Herzliche Einladung zu wichtigsten christlich-jüdischen Termine in der Leopoldstadt in den kommenden Monaten: www.christenundjuden.org

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Röm.kath. Kirche St. Johann Nepomuk
Wien 2., Praterstraße
Do., 17. Jänner, 19 Uhr
Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen
zum
"Tag des Judentums"
„Wie um Jerusalem Berge sind, so ist der Herr um sein Volk von nun an bis Ewigkeit“
(Ps 125,2)
Predigt: OKR Dr. Hannelore Reiner

Röm.kath. Gemeinde St. Johann Nepomuk
Pfarrsaal (Nepomuksaal), Wien 2., Rotensterngasse 33-35
Mi., 30. Jänner 2013, 19.30 Uhr
Der jüdische Jesus
Gesprächsrunde mit
- Rabbiner Mag. Schlomo Hofmeister
- Univ.Prof. Dr. Wolfgang Treitler
Moderation: Univ.Prof. Dr. Agnethe Siquans

Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung
Wien 2., Praterstern 1, Ecke Heinestraße
Di., 9. April, 18.30 Uhr
Ein Geschenk fürs Leben
Wie Kinder in den Glauben eingeführt werden

Gesprächsrunde mit
- Ass.Prof. Dr. Regina Polak (röm.kath. Theologin)
- Rabbiner Mag. Schlomo Hofmeister MSc
- em. Univ.Prof. Dr. Michael Mitterauer (Historiker)
Moderation: Dr. Markus Himmelbauer (Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit)
Anmeldung
T: 01/ 89174-153000
E:
office.jife@vhs.at
www.vhs.at/vhs02_home.html
Kursbeitrag: 6 Euro
Gottesdienst_06_600Gottesdienst_55_600Gottesdienst_60_600NepSaal-Agape_15_600NepSaal-Agape_72_600












Tag des Judentums


15. Jänner 2009
um 18.30
in der evang. Pfarre Am Tabor
Das Christentum ist in seinem Selbstverständnis wesentlich mit dem Judentum verbunden. Damit dies den Christinnen und Christen und auch den Kirchen selbst immer deutlicher bewusst wird, hat der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich den "17. Jänner - Tag des Judentums" als Gedenktag im Kirchenjahr eingeführt.
Es ist ein "Lehr- und Lerntag", an dem wir Gott danken, dass wir durch Jesus an den Verheißungen des erwählten Volkes Israel teilhaben dürfen. "Ihr Heiden, freut euch mit seinem Volk!" fordert der Apostel Paulus jene auf, die an Christus glauben (Röm 15,10). Wenn die Kirchen über ihr Verhältnis zum Judentum nachdenken, gilt es immer auch daran zu erinnern, wie jüdisches Leben und Glauben durch die Theologie und Predigt in der Geschichte verachtet wurden und dafür Buße zu tun. Doch im Zentrum steht eine erneuerte christliche Identität, die ihre Stärke aus der reichen gemeinsamen Tradition mit dem Judentum schöpft.
Bewusst wird dies am Tag vor der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen gefeiert: Bei allen Trennungen der Christenheit untereinander, allen Kirchen ist gemeinsam, dass sie im Judentum verwurzelt sind und mit den Juden heute gemeinsam Zeugnis für den Leben spendenden Gott Israels geben.

International wird der Tag des Judentums in Italien und Polen und Niederlanden begangen. Zum 10. Mal feiern die Kirchen in Österreich heuer den 17. Jänner als den "Tag des Judentums".
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GEDENKSTUNDE 1938-2008
am 9. November 2008
um 17.00 Uhr
Castellezgasse 35

Eine ökumenische Gedenkstunde: Eine Zeit des Schweigens, der historischen Erinnerung, Lesung, Psalmengebet, eine Mahnwache …
Organisiert: Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit, evang. und kath. Pfarren in 2. Bezirk
weitere Infos hier....



Besuch beim Nachbarn

Bevor noch feierlich das Paulusjahr eröffnet wird, setzen wir einen Aktionsschwerpunkt mit der PGR und alle Interessenten: Besuch beim Armenisch-Apostolischen Kirche.

Treffpunkt am Donnerstag, 19. Juni 2008
um 18.30 Uhr
in 1030 Wien, Kollonitzgasse 11

Im Herbst, im Paulusjahr, wollen wir noch andere Gemeinden besuchen....
Herzlich Willkommen!


Gebetswoche für die Einheit der Christen
Die Gebetswoche für die Einheit der Christen, die alljährlich zwischen den beiden Festen des Bekenntnisses des hl. Petrus und der Bekehrung des hl. Paulus begangen wird, ist eine weitere Gelegenheit für die Christen auf der ganzen Welt, im Gebet aneinander zu denken.



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